Virtuelles Kraftwerk


Im Dezember 2010 hat das Bundesamt für Energie (BFE) das Positionspapier zu „Smart Grides“ veröffentlicht. Darin heisst es unter anderem: Es ist Aufgabe des Bundesamtes für Energie (BFE), die Voraussetzungen zu einer sicheren Energieversorgung zu schaffen, und sich für eine effiziente Energienutzung, die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien sowie die Senkung der Treibhausgasemmissionen einzusetzen. Da „Smart Grids“ ein zentrales Instrument zur Erreichung dieser Ziele darstellt, ist es die Aufgabe des BFE, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und – unter Berücksichtigung und Einbezug der verschiedenen Interessensvertreter – die dafür notwendigen Aktivitäten zu koordinieren und unterstützend voranzutreiben. Im vorliegenden Projekt geht es einerseits um die Netzstabilisierung, andererseits um die Kostenreduktion des KEV-Förderfonds mit Hilfe eines virtuellen Kraftwerkes.

Anlagen die Strom aus neuen erneuerbaren Energieträgern produzieren (Biomasse, Sonne, Kleinwasserkraft, Wind) haben Nachteile. Sie sind meist klein und haben daher keine starke Marktstellung und/oder ihre Produktion ist stark schwankend, was die Energieversorgungsunternehmen vor grosse Herausforderungen stellt. Virtuelle Kraftwerke können viel dazu beitragen diese Probleme zu lösen. Einzelne dezentrale Biogasanlagen werden hierbei zu einem Verbund zusammengeschlossen. Durch eine intelligente zentrale Steuerung basierend auf modernen Kommunikationstechnologien werden die angeschlossenen Anlagen zu einer nach aussen hin gemeinsam wirkenden Einheit. Dabei können die einzelnen Biogasanlagen weit voneinander entfernt stehen. Prinzipiell können nebst Biomasse- auch Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen oder Kleinwasserkraftwerke in das System aufgenommen werden (vergleiche Abbildung).

virt-kraftwerk

Ein virtuelles Kraftwerk tritt gegenüber den Energieversorgern oder der BG EE als selbständiger Marktplayer auf. Es kann unter seinen Anlagen die Stromproduktion ausgleichen und bis zu einem gewissen Grad gemäss Nachfrage produzieren. Insbesondere landwirtschaftliche Biogasanlagen sind für Ausgleichsenergie respektive für die gebündelte Fahrplansteuerung prädestiniert:

  • Jede Biogasanlage hat Gasspeichermöglichkeiten von mehreren Stunden
  • Ansprechbare installierte Leistung pro Anlage (zwischen 100 und 1'000 kW)
  • Vernünftige Anzahl von Anlagen (heute ca. 50, mittelfristig mindestens 100)


Das System kann auf andere geeignete dezentrale Energieerzeugungsanlagen erweitert werden (industrielle Anlagen, Kleinwasserkraftwerke…)

Technologiepartner von Ökostrom Schweiz: natcon7

Ökostrom Schweiz hat einen erfahrenen Hersteller von Fernüberwachungs-, Steuerungs- und Leitsystemen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zur zustandsüberwachten und fahrplangesteuerten Produktion von dezentralen Energieerzeugungsanlagen gefunden. Dieses Unternehmen besitzt große Erfahrung in der technischen Klärung, Planung und Umsetzung der sicheren An- und Einbindung von dezentralen Energieerzeugungsanlagen und deren Betriebsführung in einem zentralem Serversystem, insbesondere von Standorten, die aus wirtschaftlichen Gründen (z.B. Anlagengröße) nicht über klassische Fernwirk- oder Telekommunikationstechnik angebunden werden können. Neben der zustandsüberwachten Fahrplansteuerung bietet die Firma eine benutzerfreundliche, interaktive und webbasierende Plattform zur Betriebsdatenerfassung, -überwachung, -steuerung, -auswertung und -bewertung zur Verfügung.

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